
Formen der Alopezie — was für die Operation zählt
Alopezie ist ein Sammelbegriff für jede Erkrankung mit Haarverlust. Vorgehen und zu erwartendes Ergebnis unterscheiden sich je nach Form erheblich. Die drei wichtigsten für die Haartransplantation sind die androgenetische Alopezie, die Traktionsalopezie und die vernarbenden Alopezien.
Androgenetische Alopezie (AGA)
Mit Abstand die häufigste Form. DHT-bedingte Miniaturisierung der Follikel in genetisch anfälligen Zonen. FUE und DHI wirken bei der AGA am zuverlässigsten — die Spenderfollikel aus der dauerhaften Zone sind DHT-unempfindlich und miniaturisieren nach der Verpflanzung nicht. Die entscheidenden Voraussetzungen: Der Verlust muss stabil und die Spenderdichte ausreichend sein. Die meisten Hairmedico-Patienten haben eine AGA.
Traktionsalopezie
Verursacht durch anhaltenden mechanischen Zug an der Haarlinie — straffe Braids, Extensions, Zöpfe. Verbreitet bei Frauen, die über viele Jahre stark ziehende Frisuren getragen haben. Die Follikel im betroffenen Bereich sind oft dauerhaft geschädigt und nicht nur miniaturisiert. Eine FUE in solche Bereiche kann hervorragende Ergebnisse liefern, sofern die Ursache mindestens 12 Monate vor der Operation beseitigt wurde.
Alopecia areata
Eine Autoimmunerkrankung mit fleckigem, unvorhersehbarem Haarverlust. Anders als bei der AGA greift das Immunsystem die Haarfollikel an — auch transplantierte Follikel können nach der Operation angegriffen werden. Bei aktiver Alopecia areata ist von einer Haartransplantation grundsätzlich abzuraten. Bei langjährig stabiler Alopecia areata (typischerweise keine neuen Herde seit 3–5 Jahren) kommt ein Eingriff infrage — aber erst nach gründlicher Beurteilung der Krankheitsaktivität und einem offenen Gespräch über das Rückfallrisiko.
Vernarbende Alopezien (zikatrizielle)
Erkrankungen wie die frontal fibrosierende Alopezie (FFA), der Lichen planopilaris und die Folliculitis decalvans zerstören Follikel dauerhaft durch Entzündung. Ein Eingriff in aktiv vernarbtes Gewebe verlangt äußerste Vorsicht — transplantierte Follikel können wegen schlechter Durchblutung ausfallen, und eine aktive Erkrankung kann neue Grafts zerstören. Operiert wird erst, wenn die Erkrankung nachweislich inaktiv ist; die Durchblutung der Empfängerzone muss beurteilt werden.
Wer ist geeignet?
Die Eignung hängt ab von: Form und Aktivität der Alopezie, Stabilität der Erkrankung (mindestens 12 Monate nachweislich inaktiv), Zustand der Spenderzone und realistischen Erwartungen. Eine persönliche Beurteilung mit Dr. Arslan — einschließlich einer genauen Durchsicht von Fotos der betroffenen Bereiche — ist Voraussetzung für jede Empfehlung. Siehe unsere Paketseite →

